68. Filmfestspiele Venedig
68. Filmfestspiele: Glanzvolle Eröffnung mit THE IDES OF MARCH
Mit einem grandiosen Auftakt holt Festival-Chef im letzten Jahr seiner Amtszeit den Glamour zurück auf den Lido! Im Wettbewerb um den Goldenen Löwen laufen diesmal 23 Filme - insgesamt sind auf den 68. Filmfestspielen 65 Weltpremieren zu sehen. Und auch auf dem Roten Teppich glimmert und funkelt es mindestens so schön wie in Cannes. Hier flanieren in diesem Jahr unter anderen: George Clooney, Colin Firth, Monica Bellucci, Madonna, Keira Knightley, Kate Winslet, Al Pacino, Gwyneth Paltrow, Matt Damon, Viggo Mortensen, Michael Fassbender, Christoph Waltz und Ewan Rachel Wood. Das Festival endet am 10.09. mit der Verleihung des Goldenen Löwen für den besten Film.
Einen besseren Eröffnungsfilm als George Clooneys THE IDES OF MARCH hätte man sich gar nicht wünschen können - Clooneys vierter Film und seine bislang beste Regiearbeit. Mit Spitzenbesetzung (Paul Giamatti, Marisa Tomei und Philip Seymour Hoffman) und einem wieder einmal fantastischen Ryan Gosling in der Hauptrolle, hat Clooney einen Polit-Thriller inszeniert, der beste Chancen auf Golden Globes und Oscars hat. Damit steht der Film natürlich in bester Venedig-Tradition. Denn im Gegensatz zu den Cannes-Gewinnern, von denen in der Regel keiner mehr spricht, werden in Venedig oft spätere Oscargewinner gezeigt und ausgezeichnet - hier hat man ein gutes Gespür für Oscar-Gold. Wir erinnern uns an Filme wie BROKEBACK MOUNTAIN, RACHEL GETTING MARRIED, THE WRESTLER oder BLACK SWAN. Und für Clooney sind gleich mehrere potentielle Preise drin. Denn er hat nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch mitgeschrieben, den Film produziert und dann spielt er auch noch die wichtige Nebenrolle des demoktratischen Präsidenschaftskandidaten.
Als Politiker wirkt er jedenfalls derartig überzeugend, dass man ihn sofort wählen würde, wenn er kandidiert. George Clooney: "Ich habe nicht das geringste Interesse in die Politik zu gehen. Glauben sie mir, ich habe einen sehr schönen Job und wüsste nicht, warum ich den wechseln sollte." Rein optisch wäre er schon auf der Pressekonferenz ein idealer Kandidat gewesen: Hellgrauer Anzug korrespondiert mit grauem Haar, das feine Hellblau des Hemdes unterstreicht die leichte Bräune der italienischen Sommerfrische - seriös vom Scheitel bis zur Sohle. Doch der Eindruck täuscht, denn Clooney albert bestens gelaunt mit seinen Kollegen herum, lacht, grinst und scherzt: "Ich genieße es am meisten, mir selbst Regieanweisungen zu geben. Und nach jeder Szene sage ich mir dann: George, du warst gerade diesmal wieder besonders gut."
Die Pressekonferenz endet zur Entäuschung aller versammelten Journalisten ohne besondere Zwischenfälle. Niemand macht ihm diesmal einen Heiratsantrag oder versucht, ihn zu einem abendlichen Date zu ködern.
