68. Filmfestspiele Venedig
68. Filmfestspiele Venedig: Starpower auf dem Lido
Dem scheußlichen Wetter in Deutschland sind wir entflohen! Schon als wir dem Flugzeug in Venedig entsteigen, schlägt uns die heiße Luft entgegen: 30 Grad und die Sonne scheint, als müsste sie kurz vor Beginn des Herbstes noch einmal ihre Strahlkraft unter Beweis stellen.
Strahlkraft haben in diesem Jahr auch die Filmfestspiele in Venedig, die mit 22. Weltpremieren im Wettbewerb auffahren: George Clooney eröffent das 68. Filmfest auf dem Lido mit seiner vierten Regiearbeit "The Ides of March", einem Politthriller, in dem er auch eine der Hauptrollen spielt. Mit Spannung erwartet werden Madonnas Film "W.E." über die Beziehung des englischen Königs Edward VIII zu Wallis Simpson sowie die neuen Werke von David Cronenberg, Roman Polanski, Steve McQueen und Todd Solondz. Der Wettbewerb verspricht spannend zu werden, wir freuen uns auf sehr unterschiedliche Filme.
Doch je mehr gute Filme im Wettbewerblaufen, desto schwerer dürfte es der Jury fallen, sich am Ende für einen Film zu entscheiden, der mit dem Goldenen Löwen für den besten Film ausgezeichnet werden soll. Den Vorsitz der Jury hat in diesem Jahr Darren Aronofsky ("The Wrestler", "Black Swan"). Der US-Amerikaner ist kein Unbekasnnter auf dem Lido, im vergangenen Jahr hat der triumphale Siegeszug seines Dramas "Black Swan" in Venedig begonnen und bei den Ocars 2011 endete. Und auch schon "The Wrestler" brachte Darran Aronofsky nicht etwa auf die bedeutenden Festivlas in Cannes oder Venedig, sondern nach Venedig. Und so ist der Regisseur nicht unwesentlich daran beteiligt, dass sich die Filmfestspiele in Venedig den Ruf erworben haben, ein ausgesprochen gutes Gespür für "Oscar-Material" zu haben. Viele Filme oder deren Darsteller, die auf dem Lido einen Preis erhalten, werden am Ende auch mit einem Oscar ausgezeichnet: So war es mit Ang Lees "Brockeback Mountain", "Rachel getting married" oder "Black Swan".
Und nach welchen Kriterien beurteilt die Jury, welcher Film der beste ist? Die Frage ist auch für Jurypräsident Darran Aronofsky nicht so einfach zu beantworten: "Jede Jury ist anders. Du musst mit deinem Film zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Ich hoffe, dass ich mir die Filme unvoreingeommen ansehen werde und mich von ihnen berühren lasse. Und das Wort "beurteilen" finde ich ich zu stark. Vielleicht können wir eine andere Bezeichnung dafür finden." Am am Ende wird es einen Gewinner geben, den die Jury bestimmt. Darran Aranofsky lässt diesen Einwand nicht gelten: ""Wenn man als Filmemacher seinen Film im Wettbewerb zeigen darf, ist das schon ein Preis an sich."
