64. Filmfestspiele Cannes
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64. Filmfestspiele Cannes: Wer bekommt die Goldene Palme?
Top-Favorit für die Goldene Palme ist TREE OF LIFE. Unkonventionell, mystisch, überwältigend. In diesem Film geht es um nicht weniger als die Suche nach dem Sinn des Lebens. Brad Pitt spielt nicht nur die Rolle eines Familienvaters in den 50er Jahren, er hat den Film auch produziert. Den Geschmack des Jury-Präsidenten Robert De Niro dürfte der Film jedenfalls genau treffen. Der ist bekanntermaßen ein Freund des klassischen amerikanischen Independent-Kinos.
Chancen haben auch der Film des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki LE HAVRE und THE KID WITH THE BIKE von den Dardenne-Brüdern. Alle drei sind Cannes-Veteranen.
In Kaurismäkis „Le Havre“ hilft ein Schuhputzer einem jungen Flüchtling aus Afrika, bekommt dabei Hilfe von Freunden, und seine Frau besiegt fast nebenbei noch ihre schwere Krankheit. „The Kid with a Bike“ erzählt ebenfalls eine Art modernes Märchen, findet ein von seinem Vater verstoßener Junge doch Liebe und Verständnis bei seiner Ersatz-Mutter, einer Friseurin, die gegen alle Widerstände zu ihrem Schützling hält.
Sowohl bei den Darstellerinnen, als auch bei den Darstellerinnen gibt es in diesem Jahr keine eindeutigen Favoriten. Kirstin Dunst feierte mit ihrer mutigen Rolle (inklusive Nacktszene) allerdings ein grandioses Comeback nach ihrer durch Depressionen bedingten Pause vom Filmgeschäft. Sie wäre eine würdige Kandidatin für den Preis „Beste Darstellerin“.
Bei den Herren herrscht ähnliche Ratlosigkeit. Sean Penn wäre mit seiner Rolle als alternder Rockstar in THIS MUST BE THE PLACE eine Möglichkeit, wenn auch keine ideale. Viele der diesjährigen Wettbewerbs-Beiträge lebten von der Leistung eines starken Ensembles.
Bleibenden Eindruck hinterließen in diesem Jahr einige Kinderdarsteller. Thomas Doret war als der „Junge mit dem Fahrrad“ einmalig gut. Und auch der Österreicher David Rauchenberger meisterte seine Rolle als zehnjähriger „Michael“ im Debüt von Markus Schleinzer souverän – als Junge, der von einem Pädophilen in den Keller gesperrt und missbraucht wird.
Über eines sind sich ausnahmsweise alle Kritiker einig: Nach dem schwachen Wettbewerb im vergangen Jahr wird 2011 als guter Jahrgang in die Festival-Geschichte eingehen.
