64. Filmfestspiele Cannes
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64. Filmfestspiele Cannes: Sean Penn spielt einen alternden Rockstar
Zum Ende des Festivals lässt sich mit Sean Penn noch einmal ein kapitaler Hollywoodstar auf dem roten Teppich in Cannes blicken. Der Schauspieler, der auch schon in Terrence Malicks "The Tree of Life" zu sehen war, spielt in "This must be the Place" einen alternden Rockstar namens Cheyenne, der nach dem Tod seines Vaters, eines ehemaligen Auschwitz-Gefangenen, den seit Jahrzehnten untergetauchten KZ-Peiniger seines Vaters sucht. Sean Pean trägt Make up inklusive knallrotem Lippenstift, zentimeterdick aufgetragenen Eyeliner und wild auftoupierte, schwarz gefärbte Haare - eine Mischung aus Robert Smith ("The Cure), Ozzy Osborne mit einem Schuss Forrest Gump, der einen Trolley hinter sich herzieht. Die Meinung über seine schauspielerische Leistung variiert von "unterirdisch" bis "palmenverdächtig. Unser Fall war dieser Auftritt nicht. Doch der Jury könnte Sean Penns schauspielerische Leistung gefallen haben. Am Sonntag wissen wir, ob er die Auszeichnung als bester männlicher Darsteller erhält.
Auf der Pressekonferenz erscheint Sean Penn dann wieder als kerniger Naturbursche mit braun getönten Haaren, im Jeanshemd und Kaugummi dauerkauend. Der Hollywoodstar spricht vor allem über die Zusammenarbeit mit italienischen Regisseur Paolo Sorrentino ("Il Divo"): "Ich habe Paolo auf 2008 auf der Preisvergabe des Cannes Filmfestivals kennengelernt. Er hatte den Preis für "Il Divo" gewonnen. Ich habe zu ihm gesagt, wann immer du willst, was immer du willst und egal welches Skript, ich bin dabei. Ein Jahr später bekam ich das Drehbuch zu "This must be the Place" und ich habe nicht eine Sekunde gezögert." Sean Penn ist voll des Lobes für seinen Regisseur: "Paolo und ich haben ausführlich über den Einfluss von Depressionen auf Cheyenne`s äußere Erscheinung gesprochen. Er hatte eine genaue Vorstellung davon. Es war so, als wenn er der Pianospieler war und ich derjenige, der die Noten umblättert. Paolo ist ein Regisseur mit magischen Händen."
Doch es gibt auch Kollegen, die nicht nur an der Zusammenarbeit zwischen Penn und Sorrentino interessiert sind. Sie wollen wissen, was an den Gerüchten dran ist, dass Sean Penn mit Scarlett Johansson liiert sei. Doch so direkt fragt die Kollegin nicht. Sie versucht es durch die Hintertür mit der Frage nach der Inspiration, die Scarlett ihm gebe. Doch Sean Penn schluckt den Köder nicht. Verkniffen grinsend antwortet er: "Geheimnisse sollen ein Geheimnis bleiben." Alle, die gehofft hatten, dass er zusammen mit der schönen Blonden zur Premiere von "This must be the Place" erscheint, werden enttäuscht. Auch im Kinosaal ist keine Scarlett Johansson zu sehen, die Plätze rechts und links neben Sean Penn sind bereits besetzt - mit Männern.
