64. Filmfestspiele Cannes
Zoom-Ansicht
64. Filmfestspiele Cannes: Filme, über die man spricht
Die Filmfestspiele in Cannes haben gerade begonnen, und es liegen noch viele Stunden Leinwandabenteuer vor uns. Doch es gibt ein paar Filme, die sind bereits in aller Munde. Das liegt entweder daran, weil die Kritiker große Erwartungen in die Werke einiger herausragender Regisseure wie Lars von Trier setzen oder weil die Filme alle Voraussetzungen zumindest für einen kleinen Skandal erfüllen wie „Unlawfull Killing“ oder weil sie gleichermaßen gut beim Premierenpublikum und Kritikern angekommen sind wie „Midnight in Paris. Hier kommen die Filme, über die man in Cannes schon jetzt spricht.
UNLAWFULL KILLING. Regisseur: Keith Allen. Dokumentation über die angeblichen Versuche des britischen Königshauses und der britischen Regierung, die wahren Umstände des Todes von Prinzessin Diana und Dodi Fayed zu vertuschen. Wegen einiger Szenen, in denen die sterbende Diana nach dem Autounfall in Paris zu sehen ist, wurde der Film in Großbritannien bereits verboten. In Deutschland hat die Doku noch keinen Verleih. Der Film läuft in keinem der Wettbewerbe.
3D SEX AND ZEN EXTREME ECSTASY. Regie: Christopher Suen. Der erste 3D-Erotikfilm der Welt. Der Film brach in Hong Kong den Rekord von James Camerons "Avatar" für das beste Einspielergebnis am ersten Wochenende. In Cannes will man nun Käufer aus dem Rest der Welt begeistern. Läuft in keinem der Wettbewerbe.
SLEEPING BEAUTY. Regie: Julia Leigh. Erotik-Drama um die junge Studentin Lucy (Emily Browning), die sich als Callgirl in einem skurrilen Escort-Service für alte Männer ihr Studium finanziert. Ekelhafteste Szene: Emily Browning wird im Opium-Tiefschlaf von einem dickbäuchigen Glatzkopf abgeleckt. Der Film fiel durch, aber alle sprechen über Emily Browning. A Star is born!
THE ARTIST. Regie: Michel Hazanavicius. Mega-Produzent Harvey Weinstein hat wieder einmal seinen Kopf durchgesetzt und im Zeitalter von 3D einen Stummfilm in Schwarz-Weiß produziert. Die romantische Liebesgeschichte zeigt Aufstieg und Fall eines Stummfilmstars nach Erfindung des Tonfilms im Hollywood der Zwanziger Jahre. Der Film läuft im Wettbewerb.
LA PIEL CHE ABITO. Regie: Pedro Almodovar. Nachdem seine Frau bei einem Autounfall verbrannte, versucht der skrupellose Schönheitschirurg Robert Ledgard (Antonio Banderas) eine unverletzbare Haut zu kreieren. Seine schauerlich-schöne Schöpfung: Ein menschliches Meerschweinchen. Nach über zwanzig Jahren arbeitet Antonio Banderas wieder mit seinem Entdecker und Mentor Almodovar zusammen und kehrt zu seinen spanischen Wurzeln zurück. Im Wettbewerb um die Goldene Palme.
MELANCHOLIA. Regie: Lars von Trier. Während Justines (Kirstin Dunst) Hochzeit droht die Erde mit dem sich ständig weiter nähernden Planeten "Melancholia" zu kollidieren. Kirstin Dunst feiert in Lars von Triers extravagantem psychologischen Endzeit-Drama ihr Comeback. Auch ein Kandidat mit Chancen auf die Goldene Palme.
THE TREE OF LIFE. Regie: Terrence Malick. Jeder neue Film des geheimnisumwitterten Regisseurs ist eine kleine Sensation. Brad Pitt spielt einen Mann, der in den 50er Jahren nach dem Sinn des Lebens sucht. Der Film hat gute Chancen auf die goldene Palme als bester Film.
MIDNIGHT IN PARIS. Regie: Woody Allen. Mit: Owen Wilson, Rachel McAdams, Adrien Brody, Marion Cotillard, Michael Sheen. Ein erfolgreicher Hollywood-Drehbuchautor (Owen Wilson) reist mit seiner Verlobten (Rachel McAdams) und den zukünftigen Schwiegereltern nach Paris, um dort die Inspiration für seinen ersten Roman zu finden. Auf seinen nächtlichen Spaziergängen durch die Stadt der Liebe taucht immer pünktlich um Mitternacht ein mysteriöser Oldtimer auf, der den Nostalgiker auf einer Zeitreise mit in seine Lieblingsepoche nimmt: Das Paris der Zwanziger Jahre! Hier trifft er seine Helden Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway und verliebt sich in eine geheimnisvolle Künstler-Muse (Marion Cotillard). Präsidenten-Gattin Carla Bruni hat in diesem Film eine Mini-Rolle als Reiseführerin. Kritiker finden: Der beste Woody Allen seit zwanzig Jahren. Schade, dass er nicht im Wettbewerb läuft.
