2. Doha Tribeca Filmfestival

Ausflug in die Wüste und Kunst im Islamischen Museum

2. Doha Tribeca Filmfestival. Doha - wo liegt das eigentlich? Bevor wir zum "Doha Tribeca Filmfestival" fuhren, wussten wir nicht viel über die Hauptstadt des Golfstaates Katar. Doch das soll sich ändern. Um die im allgemeinen auf Europa und die USA fokussierten Journalisten auch für Land und Leute zu interessieren, bieten die Macher des Festivals diverse Ausflüge an. Eifrig haben wir uns für alle Angebote eingetragen. Heute geht`s ab in die Wüste! Als uns die Crew um 9 Uhr vom Hotel abholt, sind es schon über 30 Grad. Die Klimaanlage im Geländewagen läuft auf Hochtouren. Und dann stellen wir erstaunt fest, dass unser Fahrer die Schuhe auszieht und barfuß fährt. Wir schlucken kurz, als wir das sehen. Doch wir versuchen uns mit dem Gedanken zu beruhigen, dass schon Gunther Sachs davon schwärmte, als er in den 70er Jahren sein Unwesen an der Cote d'Azur trieb, wie toll es sei, barfuß Auto zu fahren. Angeblich hatte der Playboy so ein besseres Gefühl für seine schnellen Flitzer. Das wünschen wir nun auch inständig Said, unserem Fahrer - auch wenn er sonst so gar nichts mit Gunther Sachs gemeinsam hat. Said ist in ein traditionelles bodenlanges, weißes Gewand gekleidet und gibt sich sehr höflich. Trotz seines jungen Alters reicht ihm sein Bart schon bis auf den Brustkorb. Er spricht nur ein paar Worte Englisch und als Erstes will er wissen, ob wir verheiratet sind. Andere Kulturen, andere Prioritäten. Und dann drückt Said barfuß aufs Gaspedal - für unseren Geschmack etwas zu stark. Nach 30 Minuten Fahrt über die dreispurigen Straßen Dohas erreichen wir den Rand der Wüste. Vor uns endloser Sand, nur zur linken Seite ist noch ein azurblauer Streifen Meer zu sehen. Wir krallen uns in unseren Sitzen fest, als wir eine fünfzig Meter hohe Sanddüne hinunterfahren. Said sieht unseren angespannten Gesichtsausdruck im Rückspiegel und versichert uns mit beruhigenden Gesten, die Fahrt sei so ungefährlich, dass sogar ein Baby daran Spaß hätte. Wir müssen lachen und Said auch. Dann bietet er jedem von uns ein Kaugummi an, sehr bedacht darauf, meine Hand nicht zu berühren (das ist im strenggläubigen Katar strengstens verboten - nur die Hand der eigenen Frau darf angefasst werden). Wir haben Spaß mit Said - Humor verbindet Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Und darum geht es auch beim "Doha Tribeca Filmfestival". Mitbegründer Robert De Niro sagte:"Wir sollten uns mehr bewusst machen, was die einzelnen Kulturen verbindet - und nicht so sehr, was sie trennt." Wie wahr! Genau das haben wir heute mit Said erlebt - eine sehr schöne Erfahrung.

Beeindruckend ist auch das Museum für Islamische Kunst, entworfen von dem chinesischen Stararchitekten I.M. Pei. Das Prestige-Objekt ist nicht nur eine architektonische Meisterleistung, sondern beherbergt auch ausgezeichnete Exponate. Besonders beeindruckt haben uns mehr als 1000 Jahre alte Töpferwaren und Glasgefäße aus Persien, die so modern aussehen, dass wir zweimal auf die Tafel schauen, ob sie wirklich so alt sind. Kurz: Doha ist wirklich ganz großes Kino!

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